Peter Huemer | Johann Julian Taupe – VON BILD ZU BILD

Vom 10. Mai bis zum 3. Juni 2007


VON BILD ZU BILD –
Peter Huemer (Medium Fotokopie/ mixed Media),
Johann Julian Taupe (Malerei)

Die beiden österreichischen Künstler Peter Huemer und Johann Julian Taupe bestreiten die zweite Ausstellung des Jahres 2007 in der Kunsthalle Villa Kobe. Diese Präsentation erfolgt ganz gezielt als eine personale Weiterentwicklung aus der Ausstellung ‘Kunst aus Halles Partnerstädten’ des Jubiläums-Jahres 2006, an der der Linzer Künstler Peter Huemer mit einigen Werken teilgenommen hat. Ein Jahr später folgt in der Kunsthalle eine Personalausstellung zusammen mit seinem Kollegen Johann Julian Taupe aus Wien.

Peter Huemer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Medium Fotokopie. Während der einzelnen Scanvorgänge werden zum Beispiel verschiedene Bildvorlagen auch in Verbindung mit Materialien und Objekten unterschoben, bedeckt oder überlagert. Nicht zum Abbilden, sondern zum „Herausbilden’ wird das Medium verwendet. Johan Julian Taupes bildkünstlerische Arbeit ist in besonderer Weise der Erfahr­ung von Wachstum verpflichtet. Sie orientiert sich an Veränderungsprozessen, die beständig neue Formen entstehen lassen, wobei jedoch nicht das definitive Stadium des Ausgereiftseins von be­sonderem Interesse für den Künstler ist, sondern die Stadien davor: die Erfahrung sich anbahnender bzw. beginnender Veränderung. Aufleuchtenden Farbflächen begegnen einander geometrische Strukturen und organische Gebilde, treffen naturalistisch anmutende Figuren auf abstrakte Fragmente und werden mit malerischen Mitteln zusammengeführt.

 

Peter Huemer: Medium Fotokopie – mixed media

Von der Reproduktion zur künstlerischen Produktion mit analogen und digitalen Bildmaschinen

Innerhalb der Bandbreite neuer technischer Medien und deren Einbeziehung in die zeitgenössische Kunstproduktion nimmt das Kopiergerät vielfach noch die Stelle eines technischen Hilfsmittels ein, dessen spezifisch kreativ nutzbares Potential, wenn schon nicht negiert, so doch häufig nicht erkannt und genutzt wird.

Setze ich die Technologie einer Vervielfältigungsmaschine gewissermaßen zweckentfremdet ein, um in einem produktiven Streit mit diesem Gerät zu Unikaten zu gelangen, so entwickelt sich in einer permanenten Auseinandersetzung mit dem Medium ein schöpferischer Umgang. Während der einzelnen Scanvorgänge werden zum Beispiel verschiedene Bildvorlagen auch in Verbindung mit Materialien und Objekten unterschoben, bedeckt oder überlagert. Nicht zum Abbild, sondern zum ‘Herausbilden’ wird das Medium verwendet. Am Ende steht das Unikat.

 

Johann Julian Taupe: Malerei

Auf den ersten Blick erscheinen die Bilder Julian Taupes abstrakt, ein raffiniertes verschachteltes Gefüge von zumeist monochromen geometrischen Formen, an Collagen erinnernd, auch an die volkstümlichen und vor allem am Land gebräuchlichen, aus Stoffresten hergestellten „ Fleckerlteppiche“. Sehr bald wird man jedoch die Formen mit Bedeutung aufladen, nicht weil wir dies generell immer und auch bei konkreten, konstruktiven und abstrakten Werken tun, sondern weil wir entdecken, dass Taupe ein Landschafter mit eigenen Mitteln ist. (Peter Weiermair)

Der Künstler verbindet in seiner Arbeit unterschiedliche Gestaltungssysteme der abstrakten Malerei. Geometrisch-konstruktive und lyrisch-gestische Ansätze werden miteinander verknüpft. Taupe legt sich jedoch in seinen Werken nicht fest, eis changieren zwischen den Polen. Dem Werk ist nicht mit gewohnten Kategorien beizukommen. Immer wenn man meint, dem Maler auf die Schliche zu kommen, verliert man die Spur sofort wieder. (Christine Grundning)

Seine Bilder sind reine Malerei, aber doch von einer Hintergründigkeit, die sich beim längeren Betrachten einstellt. Seine Gemälde sind nicht schwerfällig, bedeutungsschwanger oder gar deutsch düster, sondern verbreiten eine Heiterkeit und Frische, eine Lebenslust und einen Optimismus, die ansteckend wirken. (Helmut Herbst)

 

Vita Peter Huemer (Download als PDF) Vita Johann Julian Taupe (Download als PDF)

Vernissage zur Ausstellung “VON BILD ZU BILD”
am 10.05.2007

Zur Einführung sprachen:

  • Dr. Jens-Holger Göttner,
    KUNST HALLE e.V.
  • Dr. Hans Georg Sehrt,
    Kunsthistoriker, Halle (Saale)
Rede Hans-Georg Sehrt (Download als PDF)


Finissage zur Ausstellung “VON BILD ZU BILD”
am 2. Juni 2007