Linda McCartney – Die Sechziger Jahre | Road Works

Vom 10. Juni bis 25. Juli 2004 (Die Sechziger Jahre)

Vom 10. Juni bis 25. Juli 2004 (Road Works)


Linda McCartney

hinter diesem Namen verbirgt sich sehr viel mehr als die Frau an der Seite des berühmten Ex-Beatles Paul McCartney. Linda Eastmann verheiratete McCartney war eine international bekannte Fotografin mit einem besonderen Blick für die erlebte Situation. Die Bilder der Künstlerin versuchen den Augenblick einzufangen, leben von der Momentaufnahme, ohne vorher inszeniert worden zu sein.

Linda McCartney (1941-1998) begann mit dem Fotografieren, als sie nach der Schule quer durch Europa reiste. Was hobbyartig anfing, weitete sich im Laufe ihres Lebens immer mehr zur Profession als ‘Rockmusiker-Fotografin’ und wurde schließlich zur Passion.
 

Die Sechziger Jahre

Als Frau von Paul McCartney gelangen ihr natürlich ganz besondere Schnappschüsse der Beatles und ihres Mannes. Die Aufnahmen, die sie von anderen Stars, wie Janis Joplin, Jimi Hendrix, den Who oder den Mamas and Papas gemacht hat, sind ähnlich unmittelbar aus dem Leben gegriffen und zeigen die legendäre Ära der Popkultur aus vertrauter Nähe. Aber auch bei typischen Posen hat sie es geschafft, den Bildern Tiefe zu verleihen. Immer findet der Blick noch Details hinter der Oberfläche. Statt spektakulärer Effekte sieht man Porträts und Momentaufnahmen jenseits von Starkult und Glamour.Die Wahl ihrer Motive ist alles andere als gewöhnlich. Die meisten Fotos sind in Schwarz-Weiß gehalten um die Bildkontraste noch mehr zu verstärken. Farbe hat Linda McCartney nur sehr verhalten eingesetzt.

 

Road Works

Diese Bilder entstanden auf zahllosen Reisen durch die ganze Welt von den 60er bis zu den 80er Jahren. Zu ihren Fotografien, die im zweiten Teil dieser Ausstellung gezeigt werden, schrieb Linda McCartney später: ‘Es sind Schnappschüsse aus einer Art -persönlichem roadmovie-, das ein Stück meines Lebens ausmacht.’ Linda McCartneys Vorliebe für das Fotografieren aus dem fahrenden Auto hat nicht nur etwas damit zu tun, dass sie notwendigerweise immer auf Tour sein musste; sondern auch mit ihrer Vorliebe für dass Kino. Alte Filme waren Inspiration und Quelle für ihre Bilderwelt. Linda McCartneys künstlerische Motivation hat sehr viel zu tun mit der Dramaturgie des flüchtigen Filmbildes. So wirken ihre Bilder selbst wie Filmausschnitte. Sie war eine Fotografin, die keine Angst davor hatte, die Regeln zu brechen, die aus ihrem Instinkt heraus gearbeitet hat. Sie experimentierte mit Zufällen, Doppelungen und Verwischungen. Ihre Motive befinden sich außerhalb des Zentrums, teilweise außerhalb des Rahmens. Ihre Fotos zeigen Überraschendes, machen neugierig. So fotografierte sie oft aus dem fahrenden Auto heraus, nahm dabei bewusst die Spiegelungen der Innenansicht in Kauf, machte so die Position der fotografierenden Künstlerin zu einem der wichtigsten Gestaltungselemente ihres Werkes. Diese lebendigen Fotografien wirken so natürlich und spontan wie die Autorin selbst es zu ihren Lebzeiten gewesen sein muss.

‘Linda McCartney sah das zeitgenössische Leben aus einer ungewöhnlichen aber wahren Perspektive’, so Martin Harrison. Ihr Werk ist weltweit in zahllosen Magazinen veröffentlicht und in Ausstellungen gezeigt worden.

Die ‘Sixties’ sind als Teil der Ausstellung ‘Stromgitarren’ auf dem Weg von Mannheim nach Berlin in Halle (Saale) zu sehen. Die Ausstellung ‘Road Works’ wird nach zahlreichen Stationen hier zum letzten Mal öffentlich präsentiert.
  Flyer zur Ausstellung (PDF)

Die Vernissage zur Ausstellung
“Linda McCartney – Die Sechziger Jahre | Road Works” am 10.06.2004

Zur Einführung sprachen:

  • Dr. Ronald Kunze,
    Vorstand KUNST HALLE e.V.
  • Rainer Moers,
    Beatles Museum
  • Dr. Johannes Stahl,
    Kunsthistoriker, zum künstlerischen Werk von Linda McCartney