Irmtraud Ohme

Vom 4. Juli bis 28. Juli 2002


Irmtraud Ohme

Ihre Schultern gebeugt, mit bedecktem Blick, saß Irmtraud Ohme in ihrer Werkstatt in der Burg, als ich sie im April 2001 besuchte. Ich hatte sie um ein Gespräch gebeten. Und fiel mit der „Tür ins Haus“. Ob sie denn schon Ausstellungspläne für das nächste Jahr hätte und ob sie Interesse und Lust hätte, nach ihrer regulären Pensionierung vom Hochschuldienst im April dieses Jahres in der Kunsthalle Villa Kobe eine Ausstellung mit aktuellen Werken zu zeigen. Zugegebenermaßen hatte ich meine Frage sehr vorsichtig formuliert. Aber ihre Reaktion werde ich wohl nie vergessen. Über ihr Gesicht huschte erst ein kleines Lächeln, dann sah sie mich direkt an. Und strahlte mich an, mit einer Herzlichkeit und einem offenen Blick, wie nur sie schauen konnte.

In der Zwischenzeit wechselten wirnur wenige Sätze über ihre Ausstellung miteinander, pragmatische Terminplanung sozusagen. Erst im März, unmittelbar vor ihrer Reise nach Teneriffa, trafen wir uns hier im Hause – sie wollte unbedingt die Einzelheiten ihrer Ausstellung vorort besprechen. Sie hatte ihr Konzept für die Ausstellung mitgebracht. Beim Tee besprachen wir das Was und das Wie. Zum Abschied überließ sie mir ihre Zeichnung. Diese beiden Blätter hängen jetzt im Foyer als Bestandteil der Ausstellung.

Es sollte ihre letzte Ausstellungskonzeption werden. Die noch für die drei Monate vor der Eröffnunggeplanten Arbeiten konnte sie nicht mehr schaffen. Gemeinsam mit ihrem langjährigen Assistenten Armin Ochs habe ich die Konzeptionder Künstlerin weiterentwickelt, ergänzt, angepasst auf das im Übermaß vorhandene. Als Ergänzung zu ihren Werken haben Jesus Perez Franco, Armin Ochs und Susanne Overkamp einenkurzen Film über Irmtraud Ohme erarbeitet: viele Videoaufnahmen von der Künstlerin gibt es nicht. Sie hat sich ungern filmen lassen.

Mein Dank gilt der Hochschule Burg Giebichenstein und ihrem Freundes- und Förderkreis. Ohne Ihre Unterstützung wäre diese Ausstellung nicht mehr zustande gekommen. Dank auch an die Helfer beim Aufbau der Ausstellung, die Mitarbeiter der Burg im Fachgebiet Metall, Cornelia Weihe und Jörg Bochow, und den Metall-Studierenden. Und Dank an die Leihgeber der Arbeiten, insbesondere an die nächsten Anverwandten, die dieses Vorhaben immer verständnisvoll im Sinne von Irmtraud Ohme begleitet haben. So können wir in der Kunsthalle noch einmal eine erneute Begegnung mit der großartigen Kunst von Irmtraud Ohme erleben.

Dagmar Schmidt Kuratorin

 

Vita Irmtraud Ohme (Download als PDF)

Vernissage zur Ausstellung “Irmtraud Ohme”
am 04.07.2002

Zur Einführung sprachen:

  • Ludwig Ehrler,
    Rektor der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle
  • Dr. Herbert Schönemann,
    Kunsthistoriker (Erfurt), spricht zum künstlerischen Werk von Irmtraud Ohme

Musik: Elizabeth Bice (voc) und Thomas Müller (p)

  • John Cage: „Ophelia“
  • Ernst Krenek: zwei Lieder aus ‘O Lacrimosa’
  • John Cage: ‘Dream’

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