Haiku und andere Geschichten

Vom 06. März bis 30. März 2008


Haiku und andere Geschichten

Die Künstler:
Margit Jäschke und Dagmar Schmidt
12 Jahre nach ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung in der B-Place Gallery in Kobe (Japan) sind Arbeiten der beiden Künstlerinnen Margit Jäschke und Dagmar Schmidt erneut unter einem Dach vereint und mit dem Namen Kobe – diesmal der Name des Hauses – verbunden. Vom 6. bis 31. März 2008 zeigt die Kunsthalle Villa Kobe in Halle (Saale) aktuelle Werke.

 

Margit Jäschke

wählt als Gegenüber, Inspirationsquelle und Handlungsraum die im 17. Jahrhundert in Japan entstandene „Gedichtform“ des Haiku. Die in 5-7-5 Silben geordneten Haiku schildern – häufig auch mit Witz – Naturereignisse in ungeheuerer Lebendigkeit und Authentizität. Die präzise gewählten Silbenreihen eröffnen einen Kosmos in der Natur, der das Ereignis selbst ohne „Beiwerk“ darstellt, ja der Klang der Silben scheint das Ereignis selbst zu sein. Im Haiku verdichtet sich die Beobachtung einer äußeren Erfahrung auf das Wesentliche.

Es sind keine formalen Ähnlichkeiten oder die Wiederholung von einmal gewählten Motiven, die die Arbeiten von Margit Jäschke wieder erkennen lassen, sondern eine geistige Haltung, eine möglichst authentische Art, sich einem Thema anzunähern. Dabei spielt die Wahl eines der Bedeutung adäquaten Materials und der Technik eine herausragende, wichtige Rolle. Es ist wahrscheinlich diese immer wieder unternommene Suche nach Materialwahrhaftigkeit im thematischen Zusammenhang, die Margit Jäschke und Dagmar Schmidt am meisten verbindet, und die ihre biografische Klammer in der Ausbildung beider Künstlerinnen an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle gefunden hat.

Vita Margit Jäschke (Download als PDF)

 

Dagmar Schmidt

lässt sich für ihre aktuellen Arbeiten von ihrem derzeitigen Wohnort und unmittelbaren Lebensumfeld inspirieren. Diese seit den sechziger Jahren stark gewachsenen Städte zeichnen wenige urbane Besonderheiten aus. Unabhängig von regionalen Eigenheiten zeigen ganze Landstriche ein strukturell ähnliches, verwechselbares Gesicht. Die verbindende Charakteristik ist das Nebeneinander von Stadt und Landschaft, von regionaler Spezifik und Baumarktarchitekturen, die kontinental verbreitet sind und sich global immer mehr ausbreiten. So werden eher zufällig im Alltag entstandene Kleinigkeiten bedeutsam. Der Blick scheint die Details in unterschiedlichem Maßstab zu fokussieren: die breiige Masse verschwindet scheinbar hinter eigentlich Kleinem, das als riesengroß wahrgenommen wird. Das stadtstrukturell übersichtliche, jedoch im Stadterlebnis eher gesichtslose Terrain hat Dagmar Schmidt in ihren Collagen thematisiert.

Die Küche ist der Schauplatz großer Ereignisse. Die allgegenwärtigen Alltagsgegenstände der Essensbereitung und des -verzehrs sind die Protagonisten der Szenerie und der Küchentisch scheint wie eine gigantische Bühne begehbar. Die übergroß abgebildeten und geformten Küchenutensilien zeigen eine monumentale Qualität. Dabei bleiben die verwendeten künstlerischen Mittel ganz einfach. Ob mit einem Holzstöckchen auf weiße Malpappe aufgetragene schwarze Acrylfarbenzeichnung oder eine Skulptur aus grauem und schwarzem Textil: die „Kuechenstuecke“ sollen den Blick auf die Szene öffnen und die Schönheit des Gegenwärtigen selbst aufscheinen lassen.

Vita Dagmar Schmidt (Download als PDF)

 

www.dagmarschmidt.eu

 

Vernissage zur Ausstellung “Haiku und andere Geschichten”
am 06.03.2008

Zur Einführung sprachen:

  • Michael Kobe,
    KUNST HALLE e.V.
  • Susanne Altmann,
    Kunsthistorikerin, Dresden