Christoph Bergmann – Skulpturen

Vom 15. März bis 16. April 2001


Skulpturen im Aluminiumglanz
(Ausstellung in der Kunsthalle Villa Kobe und im Terminal B, Abrufraum Flughafen Halle/Leipzig)

Christoph Bergmann verbindet in seinen Arbeiten Kunst und Technik und spannt dabei den Bogen von der Antike zur Moderne. Mit seinen formal an den griechischen Statuen der Antike orientierten Skulpturen stellt der Künstler immer wieder überraschende Bezüge zur Gegenwart her. Quasi neben Apoll und Aphrodite stehen Enola Gay und Oppenheimer, vom Angesicht kaum bekannte Personen, deren Namen allerdings ebenso für die Ewigkeit in das kollektive Gedächtnis gebrannt sind. Die Ambivalenz technischer Erfindungen oder die Hilflosigkeit des menschlichen Individuums lassen sich als Thema durchgängig ablesen.

In der Ausführung sind die Werke ungeheuer präzise und aufwendig, dabei von einer filigranen Ästhetik, die den in Stein gehauenen antiken Vorbildern nicht nachsteht. Allerdings verwendet Christoph Bergmann für die Skulpturen meist Aluminium, teils auch Holz und Papier und bei aktuelleren Arbeiten sogar eine speziell aus vielen Einzelteilen zusammengefügte Gummihaut. Trotz dieser Vielfalt dominieren nach wie vor dominieren die Skulpturen im Aluminiumglanz.

Die Arbeiten haben ein hohes Maß an künstlerischer Eigenständigkeit, zeitgenössischer Aktualität, eindringlicher Präsenz und verdeutlichen die Unsicherheit des geistig-philosophischen Standorts des heutigen europäischen Menschen.

Von 1984 bis 1989 studierte Christoph Bergmann (*1959) an der Akademie der Bildenden Künste in München als Meisterschüler bei Prof. Sir Eduardo Paolozzi und wirkte dort anschließend bis 1995 als Assistent von Paolozzi und Prof. James Reineking, in den Jahren 1994/95 auch als Prorektor der Akademie. Seit 1995 arbeitet Christoph Bergmann freischaffend; er lebt in München.

Christoph Bergmann hat bereits an einigen wichtigen Ausstellungen teilgenommen, darunter an einer Gruppenausstellung in der Glyptothek München (1988) und an der hochkarätigen Ausstellung „Die Kunst des Fliegens“ im Zeppelin Museum Friedrichshafen (1996). Im Sommer 1997 fand eine Einzelausstellung im Imperial War Museum in London statt. Nach der Personalausstellung in der Kunsthalle Villa Kobe folgen weitere wichtige Stationen wie beispielsweise im Herbst 2004 in Rom im dortigen Goethe-Institut. Und so scheinen die antiken griechischen Skulpturen nach dem Umweg über Halle an ihrem ideellen Bestimmungsort angekommen zu sein.

Dr. Ronald Kunze KUNST HALLE e. V.

 

Vita Christoph Bergmann (Download als PDF)

Vernissage zur Ausstellung “Skulpturen”
am 15.03.2001

Zur Einführung sprach:

  • Prof. Dr. Raimund Wünsche,
    Direktor der staatlichen Antikensammlung und Glyptothek München