Architektursalon I – Neue Bauten in Halle (Saale)

Vom 6. Juni bis 30. Juni 2002


Architektursalon I – Neue Bauten in Halle (Saale)

In den letzten 10 Jahren entstanden in Halle (Saale) an ganz unterschiedlichen Stellen überraschend viele moderne Bauten von überragender Qualität. Das Magistralen Carré in Halle-Neustadt von Hermann & Valentiny leitete 1994 diese Entwicklung ein: Architekturpreis 1995 des Landes Sachsen-Anhalt. Mit dem Juridicum setzten Thomas van den Valentyn und Gernot Schulz einen weiteren viel beachteten architektonischen Höhepunkt: Architekturpreis 2001. Inzwischen sind wesentlich mehr herausragende Neubauten in der Saalestadt entstanden und weitere befinden sich in Vorbereitung. „Neue Bauten in Halle (Saale)“ ist daher das Thema des ersten Architektursalons in der Kunsthalle Villa Kobe.

Die neuen Bauten der MLU am Universitätsplatz, Juridicum und Audimax, und etwas außerhalb in Heide-Süd haben ganz erheblichen Einfluss auf die architektonische Gestalt der Stadt. Man muss diesen Aspekt angesichts der zu vielen grauen Fassaden nur wahrnehmen. Mit der bevorstehenden Fertigstellung des Händelhauskarrees von Kister/Scheithauer/Gross wird diese Wirkung im Stadtbild unübersehbar. In der Ausstellung werden neben diese schon im Bewusstsein verhafteten Beispiele weitere markante Wohn- und Geschäftshäuser wie die im Jahre 2001 fertiggestellte Landeszentralbank von Jochen Brandi in der Südstadt oder das noch in der Bauvorbereitung befindliche Mitteldeutsche Medienzentrum (Letzel/Freivogel, Halle) an der Saale gestellt. Mit der gebauten Architektur erhält auch die zeitgleich in den Peissnitzhallen entstehende Kinderstadt als Ausdruck einer ganz anderen Herangehensweise Raum für die Darstellung ihrer Aktivitäten.

Der Architektursalon soll neben der bildhaften Darstellung modernen Neubauten auch den Blick auf die darin oder davor enthaltenen Kunstwerke fokussieren; beispielsweise auf die Skulpturen von Stefan Balkenhol im Außenraum oder die Arbeiten von Roland Fuhrmann in verschiedenen Innenräumen. Zugleich dient der diese Ausstellung als Bühne für eine städtische Diskussion über Architektur, Stadtplanung, Stadtgestaltung, Stadtumbau. Wir brauchen in Halle einen Ort für die fachliche Auseinandersetzung. Die Kunsthalle kann mit ihren zum Architektursalon entwickelten Architekturabenden das richtige Ambiente bieten.

Dr. Ronald Kunze

 

Das Bild der Stadt

Bei der Ausstellung in der Kunsthalle Villa Kobe geht es neben „Architektur und Kunst“ auch um das Bild der Stadt in den Köpfen. Die bedeutsamen Bauten in Halle und Halle-Neustadt sind meistens schon seit einiger Zeit tatsächlich vorhanden; seit 1995 markiert das Magistralen Carré den Zentrumsbereich von Neustadt. Und es kommen jedes Jahr weitere architektonische Highlights dazu und prägen das bauliche Erscheinungsbild von Halle ein wenig mehr. Und dennoch schwebt nach wie vordieser eher trostlose Eindruck des Heruntergekommenseins, des Brachliegens ganzer Stadtbereiche über der Stadt. Auch das an sich so hoffnungsfroh stimmende Schlagwort „Stadtumbau“ wird eher mit dem Abriss ganzer Quartiere gleichgesetzt als mit dem Aufbruch in eine andere Zukunft. Die mit dem Stadtumbau angestrebte Attraktivierung der planerischen Eingriffsgebiete besitzt noch kein Bild.

Die gemeinsame Aktion von KUNST HALLE e. V. und CULTURTRAEGER soll das Bild der Stadt im Sommer 2002 nachhaltig verändern. Für dieses strategische Ziel werden von 20 ausgewählten Gebäuden jeweils 5.000 Karten mit dem Bild dieser neuen Bauten und Angabe von Architekt und Bauherrn hergestellt und in der Stadt verteilt. 100.000 mal „Neue Bauten“ kann man nicht übersehen.

In dem Zeitraum von Juni bis August 2002 wird man in Halle (Saale) an 60 CityCards Wandhaltern in Gastronomie und Kultur die Karten moderner Architektur vorfinden. Fein verteilt wie in einem Puzzle. Magistralen Carré und Händel-Halle im Zazie, Juridicum und Biologicum im Neuen Theater, Händelhaus-Karrée und Landeszentralbank im Hundertwasser. So wird das neue Bild von Halle in der ganzen Stadt ausgestellt. Und wer diese einmalige Sammlung moderner Architektur vollständig haben möchte, muss schon eine Tour durch Halle machen oder den Katalog mit der Kartenedition in der Kunsthalle Villa Kobe erwerben.

Ein Katalog als Stadtführer zur modernen Architektur und eine Kunst-Aktion mit 100.000 Karten: Moderne Architektur – überall zu sehen.

Dr. Ronald Kunze Kurator

Vernissage zur Ausstellung “Architektursalon I”
am 09.06.2002

Zur Einführung sprachen:

  • Dr. Ronald Kunze,
    Kurator
  • Prof. Johannes Kister,
    Hochschule Anhalt
  • Prof. Carl Fingerhuth,
    Vorsitzender des Gestaltungsbeirates Halle (Salle)

Vortragsveranstaltungen:

20. Juni 2002, 19 Uhr
(Architektenkammer Sachsen-Anhalt )

  • Hubert Hermann, Wien
    Bauten in Halle-Neustadt
  • Johannes Kister, Dessau/Köln
    Bauen in Nachbarschaft

28. Juni 2002, 19 Uhr
(Eröffnungsveranstaltung der Architektenkammer Sachsen-Anhalt zum Tag der Architektur)

  • Dr. Karl-Heinz Dähre
    Minister für Bauen und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt
  • Gernot Schulz, Köln
    Architektur ist Baukultur.
    Wie gute Architektur entsteht.