60 Jahre Fotografie aus Italien

Vom 5. Juni bis 27. Juli 2008


60 Jahre Fotografie aus Italien (1946 – 2006)
From the Reconstruction to the New Millennium
(Vom Wiederaufbau bis hin zum neuen Jahrtausend)

Die Fotografie, entstanden durch die Farabola Agentur, von Arturo Toscanini in Mailand 1946 bei seiner Rückkehr nach Italien aus dem durch den Faschismus ihm auferlegten Exil in den Vereinigten Staaten und das Bild der ersten ‘Miss Smile’ von Elio Luxardo des selben Jahres, eröffneten diese großartige Ausstellung ‘ Italien, 1946 – 2006. Vom Wiederaufbau bis hin zum neuen Jahrtausend ‘ gewidmet dem Vorsitzenden des ‘Consiglio Rergionale del Friuli Venezia Giulia’ für die 60 vergangenen Jahre als Republik und als Demokratie.

Auf 140 Originalfotos sowie zeitgenössischen Drucken entstand ein umfassendes Bild einer historischen Periode. Die wiedererlangte Freiheit und der Wunsch der Italiener, nach dem Zweiten Welt Krieg ein normales Leben aufzubauen, wird beeindruckend dargestellt.

Diese Entdeckung war das Resultat von Intellektuellen, Schriftstellern und Journalisten, vor allem aber des Schriftstellers Elio Vittorini der in der Zeitschrift ‘The Polytechnic’ die durch Bilder erzählte Geschichten einführte, die er in Teilen Luigi Crocenzi anvertraute. Im Wandel der 50er und 60er Jahren fand diese Kunstart in illustrierten Zeitschriften eine weite Verbreitung.

Von den 50ern an entwickelte sich in Italien eine bedeutende ‘kulturelle Gesellschaftsform’ , inspiriert durch den Philosophen Benedetto Croce, die die Harmonie von Form und Schönheit repräsentierte. Giuseppe Cavalli, Vincenzo Balocchi, Paolo Bocci sowie – für eine kurze Periode – andere Autoren wie Piergiorgio Branzi, Alfredo Camisa, Antonio Migliori und Luciano Ferri bis zu dem ‘transgressiven’ Mario Giacomelli, welcher mit seinem Werk die Sichtweise des Neo-Realismus völlig veränderte.

In Venedig entstand 1946 der Kreis ‘La Gondola’, dem Paolo Monti wie auch Fulvio Roiter, Elio Ciol und Gianni Berengo Gardin angehörten.

In Friuli zeigte 1955 eine Gruppe, die dem Neo-Realismus nahe stand (Gianni und Giuliano Borghesan, Toni Del Tin, Carlo Bevilacqua, Italo Zannier, Also Beltrame und andere) ihre letzten Werke dieser Periode.

Mit den 50ern änderte sich jedoch die Lage in Italien radikal. Die Unterschiede zwischen dem industrialisierten Norden und dem ländlichen Süden verstärkten sich. Der ökonomische Aufschwung führte zu neuen Symbolen des erreichten Wohlstands. Dazu trug auch das Kino bei – man denke an Anita Ekberg, die im Trevi-Brunnen herum watet. Die kollektive Metaphorik änderte sich.In den 60ern erschienen neue Autoren, wie Mario De Biasi, Ugo Mulas, Ferdinando Scianna, Cesare Colombo, Carla Cerati, Lisetta Carmi und Giuliana Traverso.

Mit den 70ern und 80ern entwickelte sich zusammen mit dem neu belebten Foto-Journalismus (Roberto Koch, Claudio Erné) die wissenschaftliche Fotografie, die für Museen und Galerien von größerer Bedeutung war als für die Presse. Franco Fontanas magische Farben machten aus italienischen Regionen zauberhafte Landschaften. Andererseits entwirft Luigi Ghirri eine neue poetische Betrachtungsweise, indem er Spuren des Realen darstellte, ebenso wie Giovanni Chiaramonte, Guido Guidi, Mario Cresci, Roberto Salbitani, Francesco Radino, Paolo Gioli, Franco Vaccari, Luca Maria Patella, Oliviero Toscani und auch Gabriele Basilico, Mimmo Jodice und Olivo Barbieri.

Mit der Verbreitung von Computer und digitaler Technologie im letzten Jahrzehnt, ist die Fotografie anerkannt und akzeptiert als eine zeitgenössische Kunst, die zu einer Vielzahl zeitgenössischer Formen des künstlerischen Ausdrucks führte.

deutsche Übersetzung: Heidrun Seidler, Mario Trutschel und Matthias Knoth

Vorwort aus dem Katalog (Download als PDF)


Die italienischen Künstler aus 60 Jahren

Vasco Ascolini, Vincenzo Balocchi, Gianpaolo Barbieri, Olivo Barbieri, Gabriele Basilico, Gianantonio Battistella, Renato Begnoni, Aldo Beltrame, Gianni Berengo Gardin, Carlo Bevilacqua, Antonio Biasiucci, Paolo Bocci, Bombelli, Gianni Borghesan, Giuliano Borghesan, Giuseppe Bruno, Dino Bruzzone, Alfredo Camisa, Marco Campanini, Luca Campigotto, Ghitta Carell, Lisetta Carmi, Gea Casolaro, Lorenzo Cappellini, Enrico Cattaneo, Bruno Cattani, Giuseppe Cavalli, Enzo Cei, Carla Cerati, Giovanni Chiaramonte, Piermario Ciani, Elio Ciol, Carlo Cisventi, Gianluigi Colin, Cesare Colombo, Crescente, Studio, Mario Cresci, Luigi Crocenzi, Ferruccio Crovatto, Carlo Dalla Mura, Ulderica Da Pozzo, Mario De Biasi, Cesare Di Liborio, Mario Dondero, Claudio Ernè, Farabola, Studio, Mario Finocchiaro, Romano Folicaldi, Franco Fontana, Anna Forcella, Rosa Foschi, Aimara Garlaschelli, Federico Garolla, Moreno Gentili, Luigi Ghirri, Mario Giacomelli, Paolo Gioli, Eugenio Greco, William Guerrieri, Guido Guidi, Luciano Ferri, Wiliam Klein, Roberto Koch, Mimmo Jodice, Sergio Larrain, Herbert List, Bruno Lorini, Elio Luxardo, Antonio Maccaferri, Giovanni Massara, Paola Mattioli, Pepi Merisio, Antonio Migliori, Giuseppe Moder, Alfonso Modonesi, Paolo Monti, Bernard Moosbrugger, Walter Mori, Davide Mosconi, Ugo Mulas, Toni Nicolini, Francesco Nonino, Alessandro Novaro, Luca Maria Patella, Giuseppe Pino, Tino Petrelli, John Phillips, Tin Piernu, Pierluigi Praturlon, Francesco Radino, Patrizia Riviera, Fulvio Roiter, Bruno Rossi Mori, Giovanni Salani, Roberto Salbitani, Sergio Scabar, Ferdinando Scianna, Tazio Secchiaroli, Francesca Semeria, Piccolo Sillani Djerraian, Tullio Stravisi, Toni Thorimbert, Giuliana Traverso, Franco Vaccari, Massimo Vitali, Marco Zanta

 

Vernissage zur Ausstellung “60 Jahre Fotografie aus Italien”
am 05.06.2008

Zur Einführung sprachen:

  • Michael Kobe,
    KUNST HALLE e.V.
  • Uwe Jacobshagen,
    Kurator der Ausstellung

Rede von Uwe Jacobshagen (Download als PDF)